Über uns

Wir sind Stefanie und Robert, sie Mitte 30, er Mitte 40, verliebt seit vielen und verheiratet seit einigen Jahren. Wir haben uns in unseren Bürojobs kennengelernt, sie ist im Marketing, er in den Finanzen daheim, und haben recht schnell erkannt, dass es da gefunkt hat. Seit bald 10 Jahren gehen wir gemeinsam durchs Leben und vor allem auf Reisen. Wir träumen beide davon, die Welt zu sehen, neue Menschen und Kulturen kennenzulernen und würden uns beide als recht unkompliziert sehen, wenn es um neue Erfahrungen geht.

Steffi kann beim Reisen wenig erschüttern. Schon in jungen Jahren zog es sie in die weite Welt, sie hat einige Semester in Brasilien studiert, dabei natürlich Portugiesisch und Spanisch gelernt und auch viele Fleckerl in Südamerika kennengelernt. Danach ging es in die Ukraine um zu studieren – ihre Sprachkenntnisse machen vieles auf Reisen natürlich einfacher: Portugiesisch spricht sie fließend, auch die Russisch-Kenntnisse können sich sehen lassen. Dazu natürlich Spanisch, Englisch und Französisch. Und deutsch – das aber schlechter, so als Oberösterreicherin. Nicht ernst gemeint.

Wobei wir beide nicht dem typischen Bild des Backpackers entsprechen, wir würden es eher so umschreiben, dass wir je nach Situation flexibel sind. Wir nutzen gerne den öffentlichen Verkehr und sind in Asien und Südamerika viel mit Bussen unterwegs. Auch wenn es eine lange Fahrt ist, dann ist es eben so – was ja nicht heißt, dass wir es mittendrin auch mal herzlich verfluchen. Dennoch werden wir sicher auf einigen Strecken auf verfügbare Flüge zurückgreifen, wenn die Busfahrt zu mühsam und die Alternative finanziell machbar ist. Also auch da pragmatisch.

Solange unser Quartier halbwegs sauber und sicher ist, kommen wir schon irgendwie durch. Und wenn man sich nicht zumindest einmal in einem Land so richtig den Magen verdirbt, weil man sich halt nicht auskennt, etwas erwischt, das man nicht verträgt oder einfach nur dumm ist (Tipp: Fleisch, das über brennenden Tonnen in Laos am Straßenrand gegrillt wird, muss nicht unbedingt unseren gewohnten Standards entsprechen…), dann war es ja nur ein halber Urlaub. Soll heißen: Wir sind nicht so anspruchsvoll.

Bei den Backpackern, Influencern und Reise Bloggern gibt es viele verschiedene Typen und wir wollen gar nicht urteilen, soll jeder so reisen wie es ihm/ihr am besten gefällt, aber wir sind schon allein aufgrund unseres Alters nicht mehr leicht in eine Gruppe einzuordnen. Wir sind in unserem Leben und auch beim Reisen pragmatisch:

  • Einfach nichts machen, was unser Leben akut in Gefahr bringt. Dass gerade Busfahrten nicht überall auf der Welt sicher sind, das nehmen wir in Kauf. Und dass es in vielen Ländern ein höheres Risiko für die eigene Sicherheit gibt als in Österreich, das ist uns bewusst und lässt sich leider nicht vermeiden. Aber wir würden in keine Region reisen, wo wir schon vorher wissen, dass das Risiko unverhältnismäßig ist. In Lateinamerika gilt das momentan für Venezuela (auch wenn wir die Angel Falls liebend gerne sehen würden) und für die “üblichen Verdächtigen” wie Honduras, El Salvador und Haiti. Auch bei den Grenzübergängen wählen wir teilweise den Luftweg, wenn der Landweg unangenehmer/gefährlicher wäre (z.B. die Grenze zwischen Peru und Kolumbien, die aufgrund der Drogen-Schmuggelrouten gefährlicher ist). Bei anderen Ländern (z.B. Belize, Guatemala) werden wir erst vor Ort entscheiden - man trifft ja viele andere Reisende, die ihre Erfahrungen schildern können.

  • Wir kennen Luxus-Hotels und einfache Absteigen und wählen je nachdem, was es gibt, was finanzierbar ist und wie unsere aktuellen Anforderungen sind. Einfach gesagt wollen wir ein halbwegs sauberes Bett und die Unterkunft soll nicht ganz unsicher wirken. Wenn es sich anbietet, buchen wir aber auch gerne wirklich tolle Unterkünfte – wir sehen es nicht so, dass ein 8-Bett-Zimmer mit Gemeinschaftsdusche eine Bedingung ist um ein Land wirklich kennenzulernen. Wenn es aber dieses Zimmer sein muss aufgrund der Umstände, fällt uns auch kein Stein aus der Krone.

Also in Summe einfach den Umständen angepasst. Wir würden bei organisierten Touren oder Trips nicht mehr nur nach dem Preis gehen und jeden klapprigen Bus wählen, nur weil er um € 10,- billiger ist. Aber umgekehrt muss es auch nicht die organisierte Privattour im klimatisierten Luxus-Van sein…

Robert über den Krebs

„Alle Möglichkeiten zu haben, das ist ein Traum!“

Ich bin wohl nicht der Einzige, der diesen Gedanken schon mal im Kopf hatte. Und ich lag falsch. Sehr falsch. Natürlich ist es fein, wenn man nicht in den Mühlen des Alltags steckt, aber selbst wenn diese Einschränkungen weg sind, dann bleiben noch immer die Grenzen im Kopf, das gute Gefühl des Vertrauten, des Normalen. Der Plan, der dir irgendwie von der Gesellschaft vorgegeben wird. Klingt im ersten Moment nicht angenehm. „Ich lasse mir doch nichts vorgeben! Ich bin mein eigener Herr!“ hätte ich auch immer gesagt, aber ich wusste ja nicht, vor welchen Herausforderungen ich stehen würde, wenn ich das wirklich einmal so leben kann. Und ich kann. Nicht dass ich das bewusst gesucht habe, ich bin eher in die Freiheit gestolpert.

Meine „Freiheit“ begann im Spätsommer 2019. Meine Frau musste aus beruflichen Gründen unseren Urlaub etwas kürzen und so hatte ich noch einige Tage frei als wir schon wieder zu Hause waren. Kam mir sogar ganz gelegen, denn ich hatte vor einigen Wochen einen kleinen Knoten an meinem linken Hoden gespürt. Ich hatte keine Schmerzen, alles war wie immer, aber ich nutzte einen freien Tag für den Besuch bei einem Urologen, bei dem ich recht kurzfristig einen Termin bekam. Ich war weder besorgt noch irgendwie beunruhigt, meine Erwartung war eine kleine Entzündung gegen die ich Medikamente nehmen könnte. Weit gefehlt.

„Das ist heilbar!“ sagt der Urologe und ich war noch immer nicht wirklich beunruhigt – ich hatte schon damit gerechnet, dass ich an diesem Knoten nicht sterben werde. Sterben, generell, das ist ja absurd und war keinen Gedanken wert für mich positiv und fröhlich gestimmten Menschen. Auch die Überweisung in ein Krankenhaus zur genaueren Abklärung war nicht weiter eine größere Aufregung wert – der Urologe wirkte ruhig und besonnen, was soll ich mir da Sorgen machen. Dass ich schon am nächsten Morgen ins Krankenhaus sollte, war für mich eher eine Bestätigung, dass unser Gesundheitssystem doch gut funktioniert. Im Job noch angekündigt, dass ich am nächsten Morgen etwas später ins Büro käme, da ich noch einen kurzen Arzttermin hätte. Tja, da ging es los. Das erste Ultraschall brachte die Gewissheit, dass eine OP notwendig wäre. „Ja, da ist etwas, wir müssen operieren und den Hoden entfernen! Das könnte ein Tumor sein!“ Nicht einmal da war ich wirklich besorgt, niemand sprach das Urteil „Krebs“ aus und „könnte“ klang recht mutmachend. Ich hatte nur Sorge, ob danach noch „alles so wäre wie vorher“ und ich wurde da auch schnell beruhigt, dass der zweite Hoden alle Aufgaben übernehmen wird und ich daher kaum Auswirkungen spüren würde.

Die OP verlief komplikationslos und wenige Tage später war ich wieder zu Hause. Auch die Befundbesprechung blieb ohne große Überraschungen: Es handelte sich zwar um ein Seminom, aber in einem Frühstadium, daher musste ich weder Bestrahlungen noch eine Chemotherapie über mich ergehen lassen. Ich war wirklich nicht allzu geschockt, in meinen Augen war ja alles gut verlaufen: Ich hatte keinerlei Einschränkungen, musste keine Medikamente nehmen und konnte abgesehen von Quartalsuntersuchungen, bei denen man sicherstellen wollte, dass sich kein Rezidiv bildet, ein völlig normales Leben leben. Dachte ich zumindest. Rein von der körperlichen Perspektive stimmte das auch. Kein Krebs mehr in mir. Gesund. Und dennoch war ich sehr lasch, hatte wenig Antrieb und scherzte, dass sich ein kastrierter Hauskater wohl so fühlen würde.

Die Quartalsuntersuchungen waren unauffällig. Meine Blutwerte waren normal, keine Entzündungsherde im Körper feststellbar. Die Hormone waren noch durcheinander, aber auch hier machten mir meine behandelnden Ärzte Mut, dass der zweite Hoden schon noch in seine neue Rolle finden würde und dies ein wenig dauert. Und es dauerte. Bis ich nach der dritten Quartals-Untersuchung, bei der Testosteron in meinem Körper nach wie vor nur in Spuren nachweisbar war, einen anderen Urologen aufsuchte. Rasch war klar, dass ich eine Hormonersatztherapie benötigen würde - der zweite Hoden hatte offenbar keine Lust die Arbeit des anderen mit zu übernehmen. Ja er entschied sogar eher: “Wenn der nichts mehr macht, dann mach ich auch nichts.” Bevor man die Hormonersatztherapie starten konnte, musste aber der noch vorhandene Hoden untersucht werden – nicht dass es andere Ursachen gibt, dass der Hoden kein Testosteron produziert. Und er hat sein Pickerl leider nicht bekommen – bei der Untersuchung wurde auch am zweiten Hoden ein kleines Gewächs gefunden. Den Ablauf kannte ich bereits und rasch war klar: Auch der zweite Hoden muss entfernt werden...

Alles gut gegangen. Also im Rahmen des Möglichen. Beide Hoden waren nun entfernt, auch diesmal waren im Körper keine Metastasen zu entdecken, daher war keine aufwändige Nachbehandlung notwendig. Nach ein paar Wochen wurde meine Hormonersatztherapie auf Depotspritzen umgestellt, die ich alle 10-12 Wochen benötigen würde für mein restliches Leben. Das war aber eigentlich schon der stärkste Einschnitt aus gesundheitlicher Perspektive. Der größere Einschnitt war die Entscheidung, die meine Frau und ich in dieser Zeit getroffen haben: Nämlich die, keine Kinder zu haben.

In meinem vorangegangenen Leben hatte ich eine sehr pragmatische Sicht auf Kinder bzw das Vater sein. Muss nicht sein, aber wenn es passiert, dann hab ich auch nichts dagegen. Da bin ich wohl nicht der einzige, der keine klare Entscheidung trifft, sondern schaut was passiert. Und ich war schon Anfang 40, also hatte diese Strategie funktioniert. Nun wurde die Entscheidung verändert, denn auf natürlichem Wege war es nicht mehr möglich. Man müsste schon sehr viel Glauben in sich tragen, wenn man das anders sähe. Aber natürlich wurde der Krebs zwar spontan entdeckt, aber auch nicht so überfallsartig wie bei einem Unfall, dass man nicht mehr reagieren könnte. Was bedeutet, dass Spermien “eingefroren” sind (cryo-konserviert in der Fachsprache) und ich (theoretisch) noch Vater werden könnte.

Da kommt aber das große Aber, die Qualität war bei der Konservierung schon sehr schlecht, selbst für mein höheres Alter. Es ist eher das Urteil der Fachleute, dass es schon noch gehen könne, aber ohne Krebs wäre die Wahrscheinlichkeit schon recht gering gewesen. Außerdem habe ich bei einer Freundin erlebt, was es für die Frau bedeutet, wenn eine künstliche Befruchtung in Betracht gezogen wird – Untersuchungen, Tests, Hormonspritzen und so weiter und so fort. Ich selber bin kein gläubiger Mensch, aber frage ich mich oft, ob man alles, das möglich ist, auch wirklich erzwingen muss. Es ist ja nicht so, dass ich glaube, dass mir die Natur, die Welt oder ein Gott etwas sagen will, aber muss ich etwas erzwingen, wenn es gar nicht mehr so leicht geht?

Meine Frau und ich hatten nie den großen Wunsch Eltern zu werden und daher fiel der Entschluss nicht so schwer: Wir werden kinderlos bleiben.

Vorher war es mir nicht wichtig, nun ist es entschieden, wo ist also das Problem? Wenn ich von Kinderlosigkeit sprach, dann dachte ich immer an lange Urlaube in gefährlichen Regionen dieser Welt, an ein Bier am Abend und ohne schlechtes Gewissen betrunken zu sein, schlicht daran keine Verpflichtungen zu haben, als auf mich selbst, meine Frau und meine Eltern acht zu geben.

Was ich nicht so bedacht hatte: Dese Entscheidung nimmt einem eine gewisse Linie im Leben. Denn alles ist darauf aufgebaut: Partnerschaft, Eigenheim, Kinder, Leben in der Pension, “wenn dann die Kinder aus dem Haus sind”. Und plötzlich sind diese Fixpfeiler völlig passé: Wichtiger als die materiellen Dinge sind die Erfahrungen, die ich mache oder auch nicht. Ich hab sicher nicht ausgesorgt, dass ich als Privatier auf meiner Privatyacht durch das Leben schippern kann, aber ich habe einen gewissen Polster, dass ich mir nicht um das Morgen Sorgen machen muss. Und wozu überhaupt noch groß auf Besitz achten? “Man kann ja nichts mitnehmen!” spricht man leicht aus, aber es wirklich so zu sehen, das war neu für mich.

Die Entscheidung

Abgesehen von unserer persönlichen Vorliebe fürs Reisen, haben v.a. gesundheitliche Aspekte und unsere generelle Lebensplanung unsere Entscheidung, auf eine längere Reise zu gehen, beeinflusst. In einem „normalen Leben“ ist die Antwort da ja trivial: Einmal ein bisserl reisen nach der Ausbildung, bevor man ins echte Arbeitsleben einsteigt. Und dann wieder reisen, wenn man in Pension ist und die Kinder aus dem Haus sind. Dazwischen jedes Jahr eine Woche nach Griechenland, weil die Taverne von Dimitros so großartig ist. Und einmal gönnt man sich was Wildes, eine Studienreise oder sowas. Um doch auch etwas zu erleben. Auch wenn sich das spöttisch liest, das wäre wohl auch unser Leben geworden, wenn alles anders gekommen wäre. Ist es aber nicht und drum sind wir jetzt dort, wo wir sind.

Wir hatten in den letzten Jahren den Plan, einfach mal ein Monat vom Ausland aus zu arbeiten. Wir hatten einen groben Plan für die Azoren. Ich war schon einmal auf der Hauptinsel (Sao Miguel) und war begeistert von der Natur und dem Leben auf der Insel. Also war der Plan, dass wir für ein Monat von den Azoren aus arbeiten und die Wochenenden bzw. freie Tage dafür nützen um auch die anderen kleinen Inseln zu erkunden. Aber dann kommen Termine im Job, wo man physisch anwesend sein muss und zudem ist der Kopf in dieser Konstellation oft nicht ganz frei, weil man ja noch immer im Alltag hängt.

Wir verwarfen also diese Pläne und sagten uns „Worauf wollen wir eigentlich warten?“, gingen mal ganz tief in uns und der Plan stand: „Lass uns mal zumindest ein Jahr aussteigen!“

Unsere Jobs

Ich hatte es da leichter, da ich in meinem Berufsleben schon an einem anderen Punkt angekommen war. Ich war nie ganz oben in der Hierarchie (aber schon ganz nahe dran) und weiß inzwischen auch, dass ich dort wohl nicht gut hinpassen würde. Das bin ich halt nicht wirklich, diese Mischung aus Vision und Macht-Verliebtheit, das ist nicht meine Persönlichkeit. Aber ich habe genug Erfahrung, dass ich auch nicht fürchten muss, keinen Job mehr zu finden nach der Rückkehr. Ich habe lange Jahre im Controlling & Vertrieb verbracht, habe Abteilungen und Teams geleitet und weiß auch, dass ich vieles nicht mehr machen möchte, weil ich es endlos langweilig finde. Aber es ist ein einfaches Back-Up ist, zumindest als „normaler“ Controller werde ich wohl ohne große Probleme wieder eine Beschäftigung finden. Wenn es halt sein muss – bitte lass es nicht notwendig werden… 😊

Meine aktuelle Beschäftigung habe ich schon mit der Auflage „Aber im Herbst 2024 bin ich wieder weg!“ gesucht. Ich muss zugeben, bei dieser Jobsuche waren mir wirklich alle Götter gewogen und ich fand eine befristete Anstellung, die eine (halbwegs) adäquate Position mit durchaus akzeptabler Bezahlung verband.

Steffi möchte in ihrem Job bleiben und zum Glück ist auch ihr Arbeitgeber daran interessiert, ihr einerseits diese Auszeit zu ermöglichen und gleichzeitig sie nicht zu verlieren. So war es möglich, eine einjährige Pause zu vereinbaren und Steffi wird im November 2025 wieder zu ihrem Arbeitgeber zurückkehren.

Unsere Wohnung

Wir wussten lange nicht, was wir mit der Wohnung machen sollten. Eigentum, also bietet sich Vermietung an. Nur: Wie lange? Klar ist der Plan, dass wir neun bis elf Monate unterwegs sind, aber was wenn wir doch abbrechen müssen, weil es gesundheitliche oder familiäre Themen gibt, uns das Geld ausgeht oder wir schlicht genug haben?

Drum war der erste Gedanke AirBnB. Allerdings brauchen wir dann jemanden, der sich darum kümmert, uns muss klar sein, dass unsere privaten Gegenstände für wechselnde Gäste zugänglich sind und wir machten uns auch Sorgen, wie behutsam man mit unserem Besitz umgehen würde.

Das hat uns zur Kurzzeit-Vermietung geführt. Bei einem fixen Mieter ist der laufende Aufwand geringer und dieser wird wohl auch besser auf die Wohnung acht geben als wechselnde Gäste.

Zuerst haben wir an Studenten gedacht, aber unsere Wohnung ist nicht unbedingt WG-tauglich und für ein junges Pärchen zu groß respektive zu teuer. Also haben wir nach “normalen” Kurzzeit-Mietern gesucht und bereits der dritte Kontakt war erfolgreich, eine sehr nette Familie wird für einige Monate in unserem Heim wohnen. Danach werden wir die Wohnung wohl leerstehen lassen bzw. Freunden und Familie auf Wienbesuch zur Verfügung stellen.

So haben wir einerseits kleine Einkünfte während der Reise und haben in der zweiten Hälfte unserer Reise die Möglichkeit, zurückzukommen wann auch immer wir es möchten.

Unsere Finanzen

Ich habe die Nase gerümpft, als ich von einer Schauspielerin gelesen habe, die „ausgestiegen“ ist. „Mit voller Hose ist leicht stinken!“ hätte meine Mutter gesagt und ich hätte es blind unterschrieben, aussteigen gilt nur als aussteigen, wenn man es möglichst riskant, ungeplant und ohne Netz und doppelten Boden macht. Das ist es bei uns nicht. Also objektiv betrachtet, für mich als Controller fühlt es sich hochgradig leichtsinnig an. Berufskrankheit offenbar.

Ich beruhige mich dann immer mit dem Blick auf die Fakten:

Wir haben Erspartes, mit dem die Reise finanzieren. Unsere Wohnung gehört uns und nicht der Bank, wir werden also nicht obdachlos sein, wenn wir zurück kommen. Wir werden uns selbst versichern und auch noch eine gesonderte Reiseversicherung abschließen. Ja, es ist eine „volle Hose“ auch wenn es sich wie ein enger Tanga anfühlt.

Gesundheitliches

Wir werden während der Reise in Österreich versichert sein. Die Selbstversicherung kostet in Österreich knapp € 500,- pro Monat - was das Reisebudget zwar belastet, aber unumgänglich ist.

Zusätzlich werden wir eine Reiseversicherung abschließen, wobei es uns v.a. um lokale Behandlungskosten und potenziell notwendige Heimtransporte geht. Dazu geben wir nach Abschluss gerne mehr Informationen im Blog.

Wir werden uns umfangreich impfen lassen - generell wägen wir nach Beratung mit unserem Arzt immer ab, was eine realistische Gefahr ist und welches Risiko wir tragen möchten. Diesmal ist es in gewisser Weise einfacher, weil aufgrund unserer Routenwahl und der langen Dauer der Reise vieles empfehlenswert ist. Schlussendlich umfasst unser Impfplan neben den “Standards” wie Diphterie/Tetanus, Typhus und Hepatitis diesmal auch Gelbfieber, Tollwut, Dengue-Fieber und die Japan-B Enzephalitis. Malaria wie man es gewohnt ist als Stand-By Medikament zur Einnahme, falls man glaubt, es erwischt zu haben.

Auch das ist in Summe kein kleiner Budgetposten - wir halten es aber eher für unklug, gerade bei diesen Dingen zu sparen.

Und zu guter Letzt meine regelmäßigen Testosteron-Spritzen. Aufgrund meiner Erkrankung benötige ich alle 12 Wochen die externe Gabe von Testosteron, wobei meine Urologin und ich momentan eine Ausweitung auf bis zu 20 Wochen testen - würde einiges leichter machen auf der Reise.
Kurz vor der Abreise werde ich eine Spritze bekommen und benötige die nächste dann geplant in Peru. Über die Botschaft habe ich Kontakt zu einer Vertrauensärztin, die dies machen wird.
Da mein Präparat in dieser Dosierung in Südamerika nicht verfügbar ist, werde ich zwei Dosen mitnehmen aus Österreich. Es sind kleine Ampullen, die nicht gesondert gekühlt werden müssen - also sollte das klappen.

Und wenn nicht, das Gute an einer Hormonersatztherapie: Wenn ich das Testosteron nicht bekomme, dann werde ich antriebs- und energieloser, aber es passiert nichts wirklich Lebensbedrohliches. Also kann man sich drauf einlassen, sich etwas zu überlegen, falls etwas schiefgehen sollte.

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